Herren: Matchbericht Playoff-Halbfinal vom 25.04.2026
Vor der Partie war die Ausgangslage für Uttigen klar: Eine weitere Niederlage hätte das vorzeitige Saisonende bedeutet. Biasca hingegen reiste mit Rückenwind an, nachdem die Tessiner die letzten beiden Spiele für sich entscheiden konnten. Besonders die deutliche 1:8-Niederlage in der Vorwoche in Biasca schmerzte – entsprechend gefordert war eine klare Reaktion der Uttiger.
Die Begegnung begann, wie es die gesamte Serie bislang ausgezeichnet hatte: temporeich und intensiv. Bereits nach fünf Minuten brachte Giacomo Scanavin die Gäste mit Einzelleistung in Führung. Doch Uttigen zeigte Charakter. Innerhalb von nur zwei Minuten drehten Jonathan Scheer und Pavel Scheidegger die Partie auf 2:1. Spätestens jetzt war klar, dass die Heimmannschaft gewillt war, sich mit aller Kraft gegen das Saisonende zu stemmen. Die Führung hielt allerdings nicht lange. Nur zwei Minuten später lenkte Leonardo Lopreiato einen eigentlich harmlosen Schuss unhaltbar zum 2:2-Ausgleich ab. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams um die Spielkontrolle rangen. Die Torhüter auf beiden Seiten überzeugten mit starken Paraden, sodass es bis zur Pause beim Unentschieden blieb.
Biasca ist bekannt für schnelle Treffer nach Wiederanpfiff – und bestätigte diesen Ruf eindrücklich. Zwar eröffnete Uttigen die zweite Hälfte mit dem Anspiel, doch die einstudierte Variante misslang. Nur 29 Sekunden nach Wiederbeginn nutzte Giacomo Scanavin einen Konter zur erneuten Führung für die Gäste. Uttigen liess sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Eine starke Phase wurde durch einen Distanzschuss von Nick Matti zum Ausgleich belohnt. Die Gastgeber blieben am Drücker und gingen in der 35. Minute durch Yves Walther erstmals in der zweiten Hälfte in Führung (4:3). Die Partie wurde zunehmend ruppiger, doch das Schiedsrichtergespann behielt die Kontrolle und leitete das Spiel souverän. Einzig die Teamfoul-Belastung der Uttiger bewegte sich langsam in Richtung kritischer Bereich. Während Uttigen das Spielgeschehen phasenweise kontrollierte und den Ball klug zirkulieren liess, stellte Biasca auf Pressing um – mit Erfolg. Nach einem Ballverlust in der eigenen Zone nutzte Mattia Bigiotti die Gelegenheit und erzielte den erneuten Ausgleich.
Da beide Mannschaften in der Schlussphase kein unnötiges Risiko mehr eingehen wollten, ging die Partie in die Verlängerung. Dort hatten die Uttiger, die konsequent mit acht Spielern agierten, leichte Vorteile.
Die Entscheidung fiel schliesslich durch eine Kombination: Ein Schlenzer von Nick Matti wurde von Pavel Scheidegger entscheidend abgelenkt und brachte Uttigen erneut in Führung. In der Schlussphase ersetzte Biasca den Torhüter durch einen fünften Feldspieler, um den Druck zu erhöhen. Doch Uttigen verteidigte geschickt, befreite sich aus der Umklammerung – und setzte den Schlusspunkt: Jonathan Scheer traf aus der eigenen Platzhälfte ins leere Tor zum 6:4-Endstand.
Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und grossem Willen kämpfte sich Uttigen eindrucksvoll zurück in die Serie. Die Serie geht nun am Samstag, 2. Mai 2026 in Biasca weiter. Für Uttigen gilt dabei weiterhin: Verlieren ist keine Option.